BERLIN ERLEBEN

Reisen + Kultur

Kategorie: Berlin

Aufbruchstimmung –
die Novembergruppe

Hans Poelzig, Entwurf Hochhaus am Bhf. Friedrichstraße

Hans Poelzig_Entwurf Hochhaus am Bhf.-Friedrichstraße
(c) Architekturmuseum
TU-Berlin

Nach dem Ersten Weltkrieg wollten sie die Zukunft mittels der Kunst besser gestalten – die Künstler|innenvereinigung „Novembergruppe“ gründete sich bereits während der Revolution im Jahr 1918. Die Gründung war getragen von der Hoffnung auf eine demokratischere, freiere und offenere Gesellschaft – letztlich auch auf einen „besseren“ Menschen.  Volk und Kunst sollten eng vermischt werden und so wurden seitens der Novembergruppe auch schnell kunstpädagogische Ideen entwickelt.
Immer wieder erstaunlich ist, wie wenig ideologisch mit den unterschiedlichsten Kunststilen wie der Neuen Sachlichkeit, dem Kubismus, dem Spät-Expressionismus oder der Abstraktion umgegangen wurde. Die Vereinigung wendete sich zudem gegen den noch sehr präsenten Nationalismus und knüpfte gleich nach dem 1. Weltkrieg internationale Kontakte. Und auch die Architekten des „Neuen Bauens“ wie beispielsweise Walter Gropius und Erich Mendelsohn bekamen hier ein Forum für ihre Ideen.

Die Ausstellung „Freiheit. Die Kunst der Novembergruppe 1918-1935“ in der Berlinischen Galerie zeigt die Bandbreite dieser Vereinigung – mit dem Schwerpunkt auf Bildende Kunst und Skulpturen – bis zum 11. März 2019.
Werke von Rudolf Belling, Otto Dix,  Walter Gropius, George Grosz, Hannah Höch, Paul Klee, Erich Mendelsohn, Max Pechstein u.v.a. werden in der Ausstellung präsentiert.

 

200. Geburtstag von
Theodor Fontane

„Vor Gott sind alle Menschen Berliner“ – mit diesem Zitat nahm Theodor Fontane den auch in seiner Zeit schon vorhandenen Hang der Berliner zur Selbstüberschätzung aufs Korn.

Sechs Jahrzehnte verbrachte Fontane übrigens in Berlin. Er erlebte die stürmischen Entwicklungen der Revolutionsjahre und der Gründerzeit hautnah mit. Die Stadt bietet sich wunderbar an, den Spuren seines Lebens und den Stationen einiger seiner Romane wie etwa „Irrungen, Wirrungen“ gegenüber dem „Zoologischen“, „Frau Jenny Treibel“ am Spittelmarkt oder Glück und Unglück in der Berliner Keithstraße 1c in „Effie Briest“ zu folgen. Wir finden uns beim Lesen im alten Berlin und im sogenannten „Neuen Westen“ wieder. Der Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898) liegt in einem Ehrengrab auf dem Friedhof II der Französisch-Reformierten Gemeinde in Berlin-Mitte, zu Mauerzeiten unzugänglich im Grenzgebiet gelegen.

Sein 200. Geburtstag (1819 – 1998) wird im nächsten Jahr natürlich vor allen Dingen in Neuruppin, der Geburtsstadt des Schriftstellers, gefeiert. Im Museum Neuruppin wird die zentrale Ausstellung zum Jubiläum präsentiert, die Fontane-Festspiele und viele andere Veranstaltungen werden das Programm bereichern.

Altes Gymnasium Neuruppin

Altes Gymnasium in Neuruppin,
ehemals Friedrich-Wilhelm Gymnasium,
in dem Fontane Schüler war
(c) Susanne Storm

Aber auch das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam und die Universität mit dem Theodor-Fontane-Archiv werden mit einer Sonderausstellung und einem Kongress das Wirken des Romanciers und Journalisten würdigen.

Das Fontanejahr wird vom fontane.200/Büro, einer Kooperation der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH mit der Universität Potsdam konzipiert.

Ein Grund zum Feiern:
100 Jahre Bauhaus

Sechs Siedlungen der Zwanziger Jahre stehen heute auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes – u.a. die Hufeisensiedlung, die Weiße Stadt und die Großsiedlung Siemensstadt. Das Rundfunkhaus von Hans Poelzig, das IG-Metall-Haus mit seinem traumhaften Treppenhaus, eine Vielzahl von Umspannwerken, Industriebauten und Villen können wir heute noch in Berlin sehen. Die Architektur des Bauhauses hat die Stadt sehr geprägt. Glücklicherweise geht man seit der Wende wieder besser mit den Zeugnissen dieser Zeit um – lange Zeit wurden sie kaum beachtet und verfielen zunehmend.

Alexander- und Berolinahaus

Alexander- und Berolinahaus
von Peter Behrens, 1930/31
Susanne Storm

Gefeiert wird das Jubiläum über das ganze nächste Jahr. Aus unterschiedlichsten Perspektiven soll die Geschichte des Bauhauses, aber auch seine Bedeutung für die Gegenwart und die Zukunft neu entdeckt werden. Zahlreiche Kulturinstitutionen, Projekte und Museen nähern sich dem Thema Bauhaus aus unterschiedlichen Perspektiven.

100 jahre bauhaus. das eröffnungsfestival
Akademie der Künste, 16. – 24.1.2019

Von Arts and Crafts zum Bauhaus. Kunst und Design – eine neue Einheit!
Ausstellung im Bröhan-Museum
Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus
24.01. -05.05.2019

„original Bauhaus“
Jubiläumsausstellung in der Berlinischen Galerie
6.9.2019 – 27.01.2020

 

 

 

 

Gedenken in neuer Gestalt

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Hof der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Hof der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Die Gedenkstätte in der Stauffenbergstraße präsentiert sich auf drei Etagen in neuer Gestalt . Wenn man vom Ehrenhof in das Treppenhaus kommt, überrascht die großzügige Neugestaltung mit einem Empfang in der ersten Etage und einem neuen, eindrucksvollen Saal für Sonderausstellungen. Zur Zeit wird die Wanderausstellung „Ein Leben für Recht und Republik“ über Ludwig Marum (1882-1934) gezeigt.

Seit einem Jahr befindet sich die Ausstellung „Stille Helden“ über den Widerstand gegen die Judenverfolgung 1933-1945 in der dritten Etage. Eine 2014 eröffnete Dauerausstellung über Menschen und Gruppen, die gegen den Nationalsozialismus Widerstand leisteten.

Hier im ehemaligen Oberkommando des Heeres befindet sich der historische Ort des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944. Nach dem Scheitern wurden noch in derselben Nacht Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Mitverschwörer erschossen.

 

Die Himmelsscheibe
von Nebra in Berlin

„Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“
Martin-Gropius-Bau, Ausstellung bis zum 6. Januar 2019

Gerade in Zeiten, wo das Thema „Migration“ uns so sehr beschäftigt, lohnt ein Blick zurück: Migration ist nicht die Mutter aller Probleme, sondern die Mutter aller Entwicklungen“, sagt Matthias Wemhoff, Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte. „Nicht nur wir leben in bewegten Zeiten, nein, die Menschen lebten immer in bewegten Zeiten. Es gab Bewegung von Menschen, von Sachen und von Ideen.“

Die in der Presse sehr gut besprochene Ausstellung im Martin-Gropius-Bau veranschaulicht, wie sehr der Austausch und die Mobilität das Zusammenleben und das reiche kulturelle Erbe in Europa schon immer prägten. Forschungsergebnisse und spektakuläre Funde der letzten 20 Jahre werden nicht als Einzelstücke, sondern als Teil des europäischen Netzwerks präsentiert. Vielleicht auch schon ein wenig als Vorschau für das Humboldtforum.

Meisterwerk der Illusion:
Das Pergamon-Panorama

Pergamon-Panorama von Yadegir Asisi (© asisi)

Pergamon-Panorama von Yadegir Asisi (© asisi)

Über lange Zeit ist der Pergamon-Altar auf der Museumsinsel nicht zu sehen – die Sanierungsarbeiten dauern noch viele Jahre, voraussichtlich bis 2024.

Ab dem 17. November gibt es eine tröstende temporäre Alternative: Das 360°-Panorama von Yadegar Asisi „Pergamon. Meisterwerke der antiken Metropole“ kann direkt an der Museumsinsel zwischen S-Bahntrasse und Kupfergraben besichtigt werden. Und es ist mehr als ein Trost – es ist ein Meisterwerk der Illusionen.

Es ist das Jahr 129 n. Chr. Der Besucher wird in die griechisch-antike Stadt Pergamon geführt, in die Zeit unter dem römischen Kaiser Hadrian.  Für die Römer war der Pergamon-Altar das achte Weltwunder – und in Berlin kann man die antike Stadt Pergamon jetzt zumindestens virtuell besichtigen.

Dabei handelt es sich um eine Neuinszenierung und nicht um ein Remake von Asisis Panorama aus dem Jahr 2011. Neben dem Panorama sind auch Originalteile vom Pergamon-Altar sowie  Videoinstallationen zu sehen.

Pergamon, Altarinstallation Visualisierung 2018 (© asisi)

Pergamon, Altarinstallation, Visualisierung 2018 (© asisi)

Das Panorama von Pergamon, Gewandstatuen (© asisi)

Das Panorama von Pergamon, Gewandstatuen (© asisi)

© 2018 BERLIN ERLEBEN

Theme von Anders NorénHoch ↑